In meinem Post 6 Ideen, die Kirche umzugestalten habe ich ein paar Illusionen dargestellt, mit denen man die Kirche jugendfreundlicher bzw. auch jugendtauglicher gestalten könnte. Heute ist mir ein neuer Einfall gekommen: Um die derzeitigen Jugendlichen in der Kirche zu halten und evtl. sogar zurück zu gewinnen, muss ein Austausch an Traditionen und vor allem Denkweisen erfolgen!
Im Folgenden möchte ich erstmals ein paar Dinge nennen, die im Herzen jung gebliebene (mittelalte und ältere) Gemeindemitglieder von Jugendlichen lernen können.
1 Kenn dein Limit!
Als aktiver Christ möchte man bestimmte Aktionen gerne wahrnehmen - bspw. Orchester(-Proben), Chor(-Wochenenden), Planungsgruppen, Ämterstunden, Jugendstunden, usw. Es gibt viele Christen, die - oh gewundert - nebenbei noch arbeiten, Kinder haben, ein Haus oder eine Existenz aufbauen. Jugendliche kennen ihr Limit, und das hat nicht immer was mit Power zu tun. Wenn jemand nach einem 9-Stunden-Tag Handwerkerarbeit nach Hause kommt und sich dann noch den Stress macht zur Gesangstunde zu müssen, bei dem bleibt auch irgendwann die Lust an der Sache auf der Strecke.
2 In Frage stellen
Vielen kommt es zynisch oder gar sündhaft vor, das gepredigte Wort zu hinterfragen. Natürlich kann man immer etwas aus der Predigt picken, das sich für die eigene Person positiv interpretieren lässt. Doch statt immer nur Ja und Amen zum gesprochenen Wort zu sagen, sollte man sich mit der Predigt auseinander setzen, denn es ist immer noch ein Mensch, durch den Gott versucht zu wirken. Wer weiß schon, ob es gerade wirklich Gott gewirktes Wort ist, oder ein Stock-konservativer Vortrag?
3 Konstruktive Kritik annehmen
Auch in einer Wohlfühl-Gemeinde gibt es mal Stress. Gerade dann ist es wichtig, der kritisierenden Person zuzuhören und nicht gleich in den Kriegsmodus zu verfallen. Sollte sie in Beschimpfungen umschlagen, kann man immer noch locker bleiben und einfach sagen, wie es ist: "Wenn du schimpfen möchtest, geh' woanders hin."
4 Leger aufgehübscht
Ich als Frau kann getrost sagen, dass ich den Sonntagmorgen auch gerne für eine Schmink-Session und ausgedehnte Kleiderauswahl nutze. Bei diesem Thema scheiden sich allerdings die Geister, denn es gibt viele Jugendliche, die auch am Sonntagmorgen schnell zu bequemer Jeans, Hemd und Sneakers greifen und leger gekleidet zum Gottesdienst erscheinen. Unter Jugendlichen ist die Sonntagskleidung erstmal zweitrangig, in erster Linie freut man sich über die Freunde, die da sind.
5 Smartphones
Oft werden wir schief angeguckt, wenn wir kurz vor Gottesdienstbeginn nochmal schnell ins Handy schauen, denn in älteren Kreisen gilt das allgemein als unhöflich, bzw. sogar verpönt. Meistens möchte man nur noch mal schnell die Stumm-Taste drücken um peinliche Anrufe mitten im Gottesdienst zu vermeiden. Wenn ein Jugendlicher doch mal etwas länger aufs Handy guckt, sollte man ihn nicht verurteilen, denn ohne ihn zu fragen, weiß keiner, wie zwischenmenschlich wichtig die letzte Whats-App-Nachricht gerade war.
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